Silber Index
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| Silber ist einzigartig |
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| Einführung |
silberinfo mitsamt dem monatlich erscheinenden silberinfo-Newsletter, wurde ins Leben gerufen, um die kommende Silberpreis-Hausse kontinuierlich und hautnah mitzuverfolgen, zu analysieren, und daran zu partizipieren. Wir spezialisieren uns deswegen auf Silber, weil das Team um silberinfo antizipiert, dass das Aufwertungspotenzial vom Silberpreis im Vergleich zu anderen Rohstoffen, Edelmetallen und „Hart“-Währungen wesentlich höher ausfallen wird. Der Grund der Lancierung des silberinfo-Briefes war, dass es im deutschsprachigen Raum bisher kein Angebot an spezialisierten Informations- und Trading-Plattformen, sowie Investorenbriefen gab, die sich lediglich auf Silber konzentrieren.
Die
Fundamentaldaten des Silbermarktes sind gänzlich anders als die des
Goldmarktes, was zur Folge haben wird, dass sich der Silberpreis von der
Korrelationsdominanz des Goldpreises abkoppeln und eine Eigendynamik entwickeln
wird, auf die silberinfo aufmerksam machen will, um sie bestmöglich
zu verstehen und von ihr profitieren zu können. Die Gründe,
Fakten und Tatsachen, warum Silber als Industriemetall, Schmuck und Währung
im Preis bereits in einer lang währenden Aufwertungsperiode steckt,
werden in den kommenden Newsletter-Ausgaben systematisch und prägnant
präsentiert und veranschaulicht. Es werden nicht nur kurzfristige
Preisanalysen und aktuelle Fundamentalinformationen unter die Lupe genommen
und interpretiert, sondern es wird auch auf die Geschichte von Silber
eingegangen, sowie langfristige Perspektiven, Szenarien und Prognosen
abgegeben. Mittels unserem Langfrist und Spekulations-depot werden sowohl
langfristige als auch projektspezifische und kurzfrist-Empfehlungen mit
Hintergrundanalysen ausgesprochen, um sowohl langfristig als auch von
den relativ kurzen volatilen Silberpeisbewegungen profitieren zu können.
Der
folgende Artikel soll eine Einführung geben, über welche Aspekte
in den kommenden Ausgaben unter anderem diskutiert wird. Wir machen uns
zur Aufgabe, nicht nur für den Silberpreis positive Faktoren zu beleuchten,
sondern auch auf Gefahren des Silbermarktes hinzuweisen. Das silberinfo-Team
macht sich zur Aufgabe, Fakten und Daten prägnant zu präsentieren,
Interpretationsmöglichkeiten anzubieten, sowie auf mögliche
Szenarien hinzuweisen. Ziel vieler Analysen ist es, den Preis zu analysieren,
sowie Ein- und Ausstiegs-szenarien aus diversen Produkten zeitgerecht
zu begründen.
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Die
wertgebende Eigenschaft von Gold & Silber: „Seltenheit“
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Gold und Silber teilen viele Gemeinsamkeiten, doch es sind die Unterschiede, die dem Silberpreis ein weitaus grösseres Aufwertungspotenzial geben.
Studiert man die Geschichte von Gold, so stösst man immer auch auf Silber.
Beide Edelmetalle findet man zusammen im Gestein, beides sind die erstgenannten
Metalle in der Bibel, beide wurden zusammen bei heiligen Ritualen verwendet,
2300 vor Christus wurde Gold und Silber, sowie Elektrum (Legierung aus
Gold und Silber) in Gräber gelegt. Beide Metalle werden seit Jahrtausenden
von der Allgemeinheit als edel und wertvoll angesehen. Silber trägt
nicht umsonst den Beinamen „Gold des kleinen Mannes“. Schaut
man sich das Gold-Silber-Preisverhältnis der letzten Jahrhunderte
an, so schwankte dieses stark um den Median bei 15. Interessant ist die
Meinung, dass es die alten Ägypter waren, welche wohl als die besten
Goldpreisspekulanten und –Analysten angesehen werden sollten, denn
schon vor mehr als 6000 Jahren ermittelten sie mit 13,3 ein Gold-Silberpeisverhältnis,
welches in den Jahrtausenden danach den ungefähren Durchschnitt bilden
sollte. Deren Wertbeimessung richtete sich jedoch nicht auf Fundamental-
oder Preisrasteranalysen, sondern leitete sich aus der ihnen schon damals
bekannten Tatsache ab, dass sich der Mond 13,3mal schneller im Tierkreis
bewegt als die Sonne. Ein Grossteil der vielen Religionen in Indien, welches
Land bekannter weise seit Jahrzehnten das meiste Gold kauft und hortet,
betet zur Sonne, während dem Mond bei moslemischen Religionen eine
hohe Bedeutung beigemessen wird.
Da
die Vorkommen im Vergleich zu anderen Bodenschätzen sowie die Produktionskapazitäten
von Edelmetallen – im krassen Gegensatz zur unendlich steigerbaren
Papiergeldproduktion – auf natürliche Weise begrenzt ist, bestückte
der Mensch solch wahrhaft „edle“ Metalle mit relativen Eigenschaften
wie „selten“, „kostbar“ und „wertvoll“.
Jahrhundertlange Geschichte hat uns gelehrt, dass politische Versprechen
(die Basis des Papiergeldes) nicht immer für „voll“ genommen
werden konnten, doch dass Edelmetalle, ganz gleich ihrer relativen (und
somit kurzfristig verwässerbaren) Preise, immerwährend als „wertvoll“
angesehen wurden. Ein Grund, warum Edelmetalle zeitlos als Geld betrachtet
werden – ganz gleich ihrer offiziellen Stellung im „modernen“
Regierungs- und Finanzsystem („barbarisches Relikt“).
Der
Chart im Anhang zeigt die Kaufkraftentwicklung eines U.S. Dollars von
1800 bis 1995.Um einen 1995er Dollar zurück auf das 1913er (ein Jahr
später wurde das Federal Reserve System erfunden) Niveau zu bringen,
bräuchte man 20 davon. Mit anderen Worten: Ein Dollar aus dem Jahre
1913 war 1995 nur noch 5 Cent wert ($0.05 x 20 = $1). Wie hat sich Gold
und Silber in der gleichen Zeitspanne entwickelt? Eine damals ubiquitäre
$20 Goldmünze (in etwa eine Unze) aus dem Jahre 1913 hätte $400
im Jahr 1995 gekostet ($20 x 20 = $400), was ungefähr dem Goldpreis
von 1995 nahe kam: $320. Der Preis war ca. 20% unter diesem theoretischen
Wert. Schaut man sich nun den Silberpreis an, so erhält man ein gänzlich
anderes Bild: 1913 kostete eine Unze Silber $1,29 – und hätte
1995 den Wert von $25,80 haben müssen ($1,29 x 20 = $25,80). Eine
Wertdifferenz von 550%!
Regierende
Instanzen wissen selbstverständlich um die monetäre Eigenschaft
von Edelmetallen, dessen Bedeutung allerdings bei der Anlegerschaft erheblich
schwanken kann. In Zeiten, in der die Bedeutung derart zunimmt, dass Gold
& Silber zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz zu den auf Vertrauen
basierenden Papiervaluta avancieren, könnten die Währungshüter
à la Greenspan den Fluchtweg aus der Papierwelt von heute auf morgen
versperren, indem per Gesetz ein Besitz- und Handelsverbot ausgesprochen
wird. Es ist eine historische Fussnote, dass der Besitz von Gold letztes
Jahrhundert zweimal verboten und verfolgt wurde – genau zu Zeiten,
in der die Monopolstellung der Papierwährungen gefährdet war.
Ein wesentlicher Vorteil von Silber gegenüber Gold ist die geschichtliche
Tatsache, dass Regierende in ihren Hegemonieausweitungs- und Existenzerhaltungs-Massnahmen
es bisher nie vollbringen konnten, auch den Silberbesitz effektiv zu verbieten.
Ein solches wird auch in Zukunft aufgrund seiner Verbreitung und insbesondere
seines Status als industriell unentbehrliches Metall kaum realisierbar
sein. Dass ein Goldbesitzverbot ein weiteres Male ausgesprochen wird,
bezweifle ich. Doch es ist ein psychologischer Vorteil, dass es bei Silber
praktisch unmöglich ist. Ein weiterer wichtiger psychologischer Vorteil
für Silberanleger ist die Tatsache, dass Silber von den westlichen
Notenbanken nur in relativ geringen Mengen gehalten wird. Im Gegensatz
zu Gold können diese vernachlässigbaren Silberreserven den Preis
nicht durch immer wieder geäußerte Verkaufsabsichten unter
Druck bringen.
Was
ist der Grund, dass Gold wertvoller als Silber angesehen wird? Ist es
weil der Silbergehalt im Gestein höher ist als Gold? Und ist es,
weil Silber in den Währungsreserven keine Bedeutung hat und offiziell
demonetisiert wurde? Ist es, weil Silber zum Rohstoff abstieg und mittlerweile
95% der jährlichen Neuförderrung von der Industrie verkonsumiert
wird? Oder ist es, weil Gold über lange Zeiten seinen Wert behaupten
konnte, wohingegen die Silberpreisbewegungen eher volatil, launisch und
unberechenbar erschienen?
Was
lässt uns glauben, dass Silber derzeit unterbewertet ist und ein
noch grösseres Preissteigerungspotenzial hat als sein grosser Bruder
Gold? Spekulation? Glauben & Hoffnung? Nein, es sind Fakten und Daten,
die uns die Geschichte grösstenteils bereits gelehrt hat, allerdings
auf fahrlässiger Weise von der Allgemeinheit vernachlässigt
und folglich vergessen wurden.
Der
Silberanteil (im Boden) im Vergleich zu Gold ist wesentlich grösser,
womit Gold seltener und folglich (langfristig) auch wertvoller erscheint.
Platin beispielsweise kommt noch seltener vor als Gold, weswegen es u.a.
auch von den Marktteilnehmern höher gepreist wird. Der Silberanteil
(überm Boden) im Vergleich zu Gold ist aber wesentlich geringer,
welche Eigenschaft Silber seltener und (kurzfristiger) wertvoller macht
(bzw. machen sollte). Solch interne Marktgegebenheiten können den
Preis über lange Strecken beeinflussen und dirigieren.
95%
der jährlichen Goldförderung geht in die Schmuckindustrie und
weniger als 5% verbraucht die Industrie. Der Grossteil allen gehobenen
Goldes ist noch im Marktkreislauf. Bei Silber sieht die Geschichte der
letzten 50 Jahre genau entgegengesetzt aus: Die gesamte jährliche
Neuförderung wird von der Industrie verkonsumiert. Dem nicht genug,
denn das Angebot aus der Neuproduktion reicht seit Jahren nicht mehr,
um die steigende Nachfrage der Industrie zu sättigen: Das momentane
Defizit von etwa 70 Millionen Unzen jährlich wird aus Lagerständen
bereitgestellt. Normalerweise löst sich ein Angebot-Nachfrage-Defizit
von alleine: Über den Preis. Warum wird das Defizit seit Jahren mit
dem Abbau von Lagerbeständen gesättigt? Warum nicht über
einen höheren Preis (=Nachfrage sinkt)? Manipulation? Vielleicht
weil Silber im Gegensatz zu vielen anderen Rohstoffen preisunelastisch
ist? Wie bereits im Editorial angesprochen ist Silber in den meisten Anwendungsfeldern
nicht substituierbar, sprich ein steigender Preis würde die Nachfrage
verhältnismässig nur schwach senken können.
Der
Silberanteil im Grossteil der Produkte ist relativ gering – sowohl
in Hinsicht auf die Gesamtkosten als auch auf das Gesamtprodukt. Ein ansteigender
Preis würde die Nachfrage nicht effektiv stoppen können. Auf
der Angebotsseite das gleiche Spiel: Da Silber grösstenteils ein
Nebenprodukt aus der Förderung anderer Metalle ist, verhält
sich der Preis in Verbindung mit dem Angebot nicht auf elastische Weise
(steigt der Preis, so auch die Produktion). Das Produktionssausweitungspotenzial
von Silber hängt primär nicht vom Silberpreis ab, sondern vom
Preis der Primärmetalle. Verdoppelt sich bspw. der Kupferpreis, so
wäre dies ein Grund, die Kupferförderung auszuweiten. Wenn sich
der Kupfer oder Zinkpreis aber beispielsweise halbieren würde, dann
wird die Produktion runter gefahren; ganz gleich ob sich der Silberpreis
verdoppelt oder verdreifacht. Die Produktion und der Konsum von Primärmetallen
wie Kupfer oder Zink, welche hauptsächlich von der Automobil- &
elektrischen Industrie nachgefragt werden, hängen stark von den wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen ab. Die Nachfrage nach Kupfer, Zink oder Blei und folglich
deren Produktion sinken in Rezessionszeiten wesentlich schärfer als
die Nachfrage nach Silber.
Gold
hat noch wenig bedeutende Einsatzfelder in der Industrie. Silber ist eines
der am vielfältigsten benutzten Metalle und hat vielfach kein konkurrierendes
Substitutionsmetall. Gold wird gehoben und anschliessend gehortet. Silber
wird gehoben und sofort verbraucht (und somit grösstenteils verloren).
Während die überirdischen Goldbestände kontinuierlich wachsen,
verringern sich die Silberbestände.
Silber
ist mittlerweile zu einem „Nebenprodukt“ im Bergbau abgestiegen.
Mehr als 75% des produzierten Silbers stammt aus der spezialisierten Primär
Förderung von Gold, Zink, Kupfer oder Blei. Der Goldpreis bewegte
sich in den letzten Jahrzehnten meist in der Nähe oder über
den durchschnittlichen Produktionskosten je Unze, weswegen es weltweit
viele hundert Minen- und Explorationsprojekte gibt. Die spezialisierten
Silberprojekte weltweit können an einer Hand abgezählt werden,
weil der Silberpeis über lange Zeit drastisch unterhalb der durchschnittlichen
Produktionskosten notierte. Nun drängt sich die Frage auf, wie hoch
der Anteil des noch potenziell förderbaren Silbers ist, um auf den
Silberpeis Einfluss ausüben zu können. Silber wird heutzutage
etwa siebenmal so oft produziert wie Gold (Im Jahre 1650 produzierte die
Welt noch 44 mal soviel Silber wie Gold). Ein weiteres geologische Eigenart:
Je tiefer man bohrt, desto höher ist der Goldanteil im Boden. Bei
Silber ist es genau umgekehrt: Das meiste Silber wird kurz unterhalb der
Erdoberfläche gefunden.
Ende
2002 betrug die jährliche Silberförderung 585 Millionen Unzen
(1990: 518 Mio. Uz.). Auf der Angebotsseite addierten sich weitere 185
Mio. Unzen aus dem Recycling (1990: 135 Mio. Uz.). Der gesamte Industriekonsum
verschlang allein 548 Mio. Unzen (1990: 499 Mio. Uz.). Silberwaren, Schmuck
und Münzen machten lediglich 290 Mio. Unzen aus (1990: 220 Mio. Uz.).
Dem Gesamtangebot i.H.v. 770 Mio. Uz. standen eine Gesamtnachfrage von
838 Mio. Uz. gegenüber. Das Defizit i.H.v. 66 Mio. Unzen wurde aus
Silberbeständen bereitgestellt (1990: 86 Mio. Uz.). [1] Ein solches
Defizit bedeutet, dass das jährliche Produktionsangebot nicht für
Investoren zur Verfügung steht. Folglich stehen nur die existierenden
Lagerbestände den Investoren zur Verfügung.
Die
Defizitsituation besteht im Silbermarkt seit 14 Jahren und kumuliert ergeben
sich 1531 Millionen Unzen (1990-2002), die durch Abbau von Lagerbeständen
bereitgestellt wurden. In den 1990er Jahren betrug das durchschnittliche
Defizit mehr als 115 Mio. Unzen pro Jahr. Gold befindet sich ebenfalls
in einem chronisch-gewordenem Angebot-Nachfrage-Defizt. Der Unterschied
ist aber der, dass sich Silber seit nun mehr als eine Dekade in einem
Defizit befindet.
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| Jährliche
Silber Überschüsse und Defizite 1950-2002
Quelle: CPM Group Silver Survey 2003 |
Konservative
Schätzungen gehen davon aus, dass es nur noch 100-250 Mio. Unzen
an Lager gibt. Bei keinem anderen Rohstoff hat es jemals einen so starken
Lagerabbau gegeben, ohne dass der Preis auf natürliche Weise für
ein Gleichgewicht sorgte.
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Gesamte
Silber Bullion Lagerbestände (in Millionen Unzen; geschätzt)
1950-2002
Quelle: CPM Group Silver Survey 2003 |
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Bei einem Silberpreis von $7 sind die weltweit verfügbaren
Lagerbestände (250 Mio. Unzen) mit $1.75 Milliarden bewertet. Es
würden $7 pro U.S.-Bürger reichen, um das gesamte verfügbare
Silber aufzukaufen, oder 100.000 U.S. Bürger mit nur jeweils $16’000.
Das
amerikanische Schatzamt hielt 1959 noch 2,06 Milliarden Unzen Silber.
Die Lagerbestände sanken von etwa 2,3 Milliarden Unzen Anfang der
1990er auf weniger als 0,5 Milliarden in 2003.
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Regierungslagerbestände
1970-2002
Quelle: CPM Group Silver Survey 2003 |
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Vor 50 Jahren hielt die US Regierung knappe 4 Milliarden
Unzen Silber, was in etwa 25 Unzen pro US-Kopf ausmachte. Heute macht
dieser Lagerbestand nur noch knapp 20 Millionen Unzen aus, was nur etwa
0,05-0,1 Unzen für jeden US-Bürger entspricht.
Die
CPM Group schätzt die Münzlagerbestände auf 488 Millionen
Unzen, sowie die nicht-Münz-Bestände auf 420 Millionen. Die
gemeldeten (institutionellen) Lagerbestände an den Börsen COMEX,
TOCOM, CBT, sowie der amerikanischen und japanischen Industrien fielen in den Jahren
1996 (246 Mio. Unzen) bis 2002 (144 Mio.) um mehr als 40%.
Die
Nachfrage nach Silber bleibt trotz jährlichen Angebotsdefiziten hoch.
Die Produktion konnte mit dieser Nachfrage über Jahre hinweg nicht
mithalten. Die Angebotslücke wurde dank Recycling, Einschmelzungen,
sowie institutionellen und Regierungsverkäufen gestopft. Regierungen
besitzen so gut wie keine Bestände mehr an Silber. Trotz dieser für
den zukünftigen Silberpreis fundamental positiven Daten kam das kalt
glänzende Metall nicht in den Fokus der Investmentwelt. Wie ist es
möglich, dass der Silberpreis trotz dieser fundamentalen Aspekte
in den 1990ern Jahre stagnierte? Entweder sind die Fundamentaldaten rund
um Silber falsch oder der Preis. Wenn der Preis nicht falsch wäre,
so ergäbe es sich kein Grund zum Kauf. An der Börse sucht man
nicht fair gepreiste, sondern unterbewertete Anlagen.
Die
Annahme, dass der Preis falsch ist basiert auf dem Marktmechanismus, dass
der Papiermarkt in Silber den physischen Silbermarkt dominieren kann.
Papierkontrakte auf Silber können nicht mehr wert sein als physisches
Silber, doch sehr wohl können sie weniger wert oder gar wertlos sein
– im Gegensatz zu physischem Silber. Die Knappheit von der die Rede
ist, bezieht sich nur auf physisches Silber. Die Papierkontrakten sind
nicht knapp.
Wenn
es an den Papiersilbermärkten keine Knappheit geben kann und die
Short-Positionen allein an der COMEX-Börse grösser sind als
die gesamten existierenden Lagerbeständen oder Jahresproduktion,
kann Silber nicht fair gepreist sein. Futures & Optionen machen in
etwa 500 Millionen Unzen aus. Aus Leasing-Kontrakten ergeben sich etwa
1 Mrd. Unzen. Diese Short-Positionen müssen den Preis nach unten
getrieben haben. Es kann aber auch nicht sein, dass diese grossen Positionen
von der Knappheit des physischen Silbers unberührt bleiben. Wenn
die physische Knappheit offensichtlich wird, und der Preis steigt, wird
es im Silbermarkt Veränderungen geben. Im Jahr 2000 wurden die Regeln
für Palladium & Platin an der Tokyo Commodity Exchange und der
New York Mercantile Exchange einfach geändert. Behalten Sie stets
im Auge, dass Regeln nur geändert werden können, wenn sie sich
auf Papiersilber beziehen. Nur wer physisches Silber besitzt, darf heutzutage
noch ruhig schlafen.
Die
Gesetze der wichtigsten Rohstoff-Börsen können geändert
werden, um die Verpflichtung zur Lieferung von physischer Ware ausser
Kraft zu setzen. Eine solche Klausel gibt es bereits, die besagt, dass
anstelle der physischen Lieferung unter gewissen Umständen ein Ausgleich
in Cash getätigt werden muss (oder anders gesagt, dass dann kein
Recht auf Auslieferung besteht). Eine Bekanntmachung und Inkrafttreten
dieser Klausel dürfte allerdings an die laut aufheulende Feuersirene
über dem Papier-Börsenparkett in Japan erinnern (Ende 1990er),
als die so genannten „Settlement-Regeln“ kurz vor einer drohenden
Platin-Preisexplosion noch geändert wurden. Der Squeeze konnte verhindert werden, doch der Preis
explodiert seit dem trotzdem (von $350 auf momentan $850 je Unze).
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Im
Jahr 2002 konnte das gesamte jährliche Silberangebot i.H.v. 729 Mio.
Unzen mit etwa $3,6 Milliarden Dollar bewertet werden. Demgegenüber
stand der Wert aller Papier- und Derivatekontrakte mit ca.$193 Milliarden.
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Physischer
& Papier-Silbermarkt 2002
Quelle: CPM Group Silver Survey 2003 |
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Da der Hauptteil aller Silberpapiertransaktionen in
Cash (und nicht in physischer Ware) beglichen werden, verfliegt die Notwendigkeit,
Lieferung zu verlangen oder zu tätigen. Die meisten Investoren sind
damit einverstanden, ihre Transaktionsgeschäfte in Bar abzuwickeln
anstatt physisch. Diese Einstellung der Investoren kann sich aber ändern.
Wenn sie sich ändert, dann gibt es im Silbermarkt ein Problem. Denn
es gibt für diesen Fall nicht genügend Lagerbestände, um
eine physische Lieferung sicherzustellen. Im Jahr 2002 wurden knapp 22
Milliarden Unzen „Papiersilber“ über die LBMA in London
beglichen, sowie weitere 15 Mrd. Unzen über die COMEX in New York.
Diese 37 Milliarden Unzen der zwei grössten Rohstoffbörsen stehen
dem physischen Angebot i.H.v. 0,8 Milliarden Unzen gegenüber.
Es erscheint unseriös zu behaupten, dass schlagartig alle Investoren
die physische Lieferung verlangen könnten. Eine Preisexplosion ist
aber schon bei einer Verhaltensänderung der Investoren von lediglich
3% möglich. Der Wert aller Papierkontrakte übersteigt auf unverschämte
Weise die Fähigkeit jedweder Rohstoffbörse eine Nachfrage nach
physischem Metall zu befriedigen. Aber immerhin kann man diese Unverschämtheit
in Profit ummünzen.
In der Geschichte der Menschheit wurden in etwa 130.000
bis 180.000 Tonnen Gold gehoben. Die Zentralbanken halten derzeit zwischen
30 und 40.000 Tonnen. 50.000 Tonnen ergeben 1.6 Mrd Unzen (32000 Unzen/t).
50.000 Tonnen Gold wären momentan mit $677 Mrd Dollar bewertet ($423
x 1.6 Mrd Unzen = $677 Mrd.). Die verfügbaren Silberbestände
wären heute mit $3,8 Mrd. Dollar bewertet. ($7 x 540 Mio Uz = $3,8
Mrd.). Das für die nahe Zukunft Preisentscheidende Gold-Silber-Verhältnis
ist nicht 60 ($423:$7) sondern 178 ($677:$3,8). Es gibt in etwa 178 mal
mehr Gold- als Silberbestände. Dieses Ratio hat wesentlich mehr Aussagekraft
auf zukünftige Preispotenziale als ein reiner Preisvergleich im Vergleich
mit historischen Durchschnitten.
Steigt
der Goldpreis um lediglich $1, so ändert sich der dieser Goldbestände
um mehr als der Wert der gesamten verfügbaren Silberbestände.
Der Silbermarkt ist einer der engsten Handelsmärkte. Es gibt in etwa
nur wenige pure Silberminenaktien und der physische Markt macht weniger
als $4 Milliarden USD. Bill Gates und Warren Buffett sind die wohl zwei
bekanntesten Silberinvestoren seit 1995. Das Vermögen von Herrn Gates
wurde damals auf etwa $40 Milliarden USD geschätzt. Er hätte
mit 1% seines Vermögens die gesamten Lagerbestände der COMEX-Börse
aufkaufen können.
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Gesamtbestände: |
| Regierungsbestände |
|
|
| Indien |
86 |
|
| USA |
19 |
|
| Mexiko |
7 |
|
| sonstige |
9 |
|
| Gesamt:
|
121 |
|
| |
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| Offizielle
Lagerbestände |
| COMEX |
107 |
|
| TOCOM,
CBOT |
6 |
|
| Industrielager |
31 |
|
| Gesamt: |
144 |
|
| |
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| Geschätzte
Bestände |
|
|
| Lagerstätten
in USA |
60 |
|
| Lagerstätten
in Europa |
160 |
|
| Lagerstätten
in Asien, Südamerika |
55 |
|
| Gesamt: |
255 |
|
| Total: |
540 |
|
| |
| Davon
nicht zur Verfügung stehende Bestände: |
| Industrielager
(ca. 2-wöchige Produktionsreserve) |
30 |
|
| Warren
Buffett |
130 |
|
| Sonstige
Investoren aus Delaware |
26 |
|
| Sonstige
Investoren weltweit |
100 |
|
| Strategische
Regierungsreserven Indien |
86 |
|
| Total: |
372 |
|
| Verfügbare
Lagerbestände für industriellen Verbrauch |
168 |
(=540-372) |
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Zahlen von der CPM Group sowie dem
Silverinstitute. Quelle der Tabelle und Schätzungen von Siegfried
Weigl, SW Finanzdienstleistungen München, dessen Homepage die Silberproblematik
(=Anlagechance) detailliert und informativ zusammengefasst hat: weigl-fdl.de
In den 5 starken Wirtschaftsboomjahren (1995-2000) betrug das jährliche
Angebot-Nachfrage-Defizit durchschnittliche 133 Millionen Unzen. In den
darauf folgenden 4 Jahren Stagnation (2000-2003) wurde das jährliche
Defizit mit durchschnittlich 94 Millionen Unzen geschlossen. Die in der
obigen Tabelle errechneten verfügbaren Lagerbestände, die noch
für den zukünftigen industriellen Mehrverbrauch benutzt werden
können, betragen 168 Millionen Unzen. Wird mit weiteren 94 Mio. Unzen
Defizit in den kommenden Jahren gerechnet, so
werden die noch verfügbaren Lagerbeständen maximal 2 Jahren
halten – die Zahlen aus der obigen Tabelle sind vom Jahresende 2002.[2]
Beachten Sie, werter Leser, dass die Bestände nicht ganz auf Null
gehen können, denn ohne Warenbestände gibt es keinen Rohstoffmarkt.
Der Silberpreis brach im Juli 2003 aus seiner 15-jahrelangen Schwankungsbreite
3,50-5,50 explosiv auf 8 aus, und notiert momentan bei $7,23. Silberinfo
rät: Es ist höchste Zeit auf den bereits anfahrenden (Silbergüter)-Zug
aufzuspringen.
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Anhang |
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