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Gold ist nach wie vor günstig…
silberinfo:
Bis vor kurzer Zeit wurde Gold von den Banken sehr stiefmütterlich behandelt. Man wurde schräg angeschaut, wenn man als Anleger den Wunsch nach physischem Gold äusserte. Gold wurde als ‚barbarisches Relikt’ bezeichnet, welches in der modernen Wirtschaft seine Funktion weitgehend verloren hätte. War dies nur Unwissen oder gab es Gründe, wieso man den Anlegern von Gold abgeraten hatte?
R.P. Stöferle:
Ich kann nur für meinen Arbeitgeber sprechen und guten Gewissens sagen, dass wir schon immer eine Portfolioallokation von 5-10% in Edelmetallen empfohlen haben. Keynes – der das Zitat des „barbaric relic“ geprägt hat, hat damit übrigens nicht Gold an sich, sondern den Goldstandard gemeint.
silberinfo:
Denken Sie, dass eines Tages der Besitz von physischem Gold verboten werden wird, wie es in den USA oder auch China
lange Zeit der Fall war?
R.P. Stöferle:
Das wäre logistisch wohl (zu) schwierig.
silberinfo:
Es gibt bekanntlich noch weitere für den Anleger interessante Edelmetalle… Platin und Palladium sind in erster Linie noch Industriemetalle; gehen Sie davon aus, dass sich dies in Zukunft wandeln könnte?
R.P. Stöferle:
Nein, für mich haben nur Gold und Silber einen monetären Charakter. Gold wird beispielsweise im Alten Testament 391 Mal erwähnt, Silber 117 Mal. Die Nachfrage nach Platin und Palladium ist zudem stark von der Autoindustrie abhängig. Nachdem die Einmaleffekte durch Abwrackprämie und „cash for clunkers“ ausgelaufen sind, wäre ich nicht unbedingt euphorisch was die Autoindustrie betrifft.
silberinfo:
Kommen wir zum „kleinen“ Bruder des gelben Metalls, dem ‚Gold des kleinen Mannes’ - ist das bei einer Großbank überhaupt ein Thema oder nur eine Randerscheinung?
R.P. Stöferle:
Natürlich ist Silber bei uns ein Faktor; in den letzten Wochen zog das Interesse deutlich an. Wir haben beispielsweise Silver Wheaton oder Fresnillo auf unserer Internationalen Empfehlungsliste.
silberinfo:
Die Industrienachfrage bei Silber ist ein wichtiger Faktor, letztendlich auch für den Silberpreis. Rechnen Sie in den nächsten Jahren mit stabilen Verhältnissen oder Ausschlägen nach unten oder oben?
R.P. Stöferle:
Ich denke, dass – analog zum Goldsegment – die Investitionsnachfrage in Zukunft der bestimmende Faktor sein wird. Grundsätzlich gehe ich ja bekannterweise von steigenden Goldnotierungen aus, insofern denke ich dass Silber hier klarer Outperformer sein sollte.
silberinfo:
In den Mainstream Medien schreibt bekanntlich nicht selten einer von den anderen ab. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass beim Gold-Silberratio als langjähriger Durchschnitt ca. 1:15 angeben wird. Die Analysten von silberinfo kommen allerdings bei der langfristigen Recherche zu einem deutlichen anderen Schluss und gehen davon aus, dass sich das Gold-Silber Ratio wieder deutlich unter den Faktor 1:10 bewegt. Wie ist Ihre Meinung dazu, halten Sie dies für realistisch, oder denken Sie, wir bewegen uns damit im Reich der Märchen?

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