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Der Senatsbericht

Donnerstag, 02.07.2009


Passiv vs. Aktiv

Ein weiterer signifikanter Unterschied zwischen Indexfonds auf der der Long-Seite von Weizen und den großen Silber Shorties ist, dass die Indexfonds hauptsächlich passiv sind, während die Silberhändler aktiv sind. Die Index-Trader betreiben am Markt keinen aktiven Handel. Sie passen ihre Positionen durchaus bei Veränderungen der Indexkennzahlen an, je nachdem wie sich die Kapitalzuflüsse der Investoren gestalten und auch wenn Kontrakte auslaufen und übergerollt werden müssen, aber normalerweise lautet das Motto „buy and hold“. Sie haben eine langfristige Perspektive und reagieren in der Regel nicht auf Preisveränderungen. Bei Weizen, und den anderen Märkten an denen die Index-Trader operieren, haben sie ihre Positionen noch vor der großen Preisexplosion gekauft, und hielten auch über die gesamte Abwärtsphase hinweg an ihnen fest. Der Senatsbericht beschuldigt die Indextrader nicht, während eines Preisanstieges ihre Positionen weiter aufgestockt zu haben. Deswegen kann auch nichts angeführt werden, womit die Index-Trader durch ihren Handel aktiv die Preise „angeheizt“ hätten.

Ganz im Gegesatz dazu, gehören die großen Silber-Shorties, zusätzlich zu ihrem dominanten und konzentrierten Marktanteil, zu den aktivsten aller Händler. Tatsache ist sogar, dass man sie im allgemein als „Marktmacher“ bezeichnet, obwohl  in den Rohstoffgesetzen keine solche Position vorgesehen ist, die ihnen dieses Privileg zusprechen würde. Die regulierten Future-Märkte sollten eigentlich nach der Art einer offenen Auktion funktionieren, und sind eigentlich nicht nur auf Spezialisten oder Marktmacher zugeschnitten, so wie etwa der New York Stock Exchange. Und trotzdem, wenn es zu signifikanten Käufen oder Verkäufen am Silbermarkt kommt, dann wird generell angenommen und erwartet, dass die großen Silber-Shorties die andere Seite der Transaktion übernehmen. So ist im Grunde ihre außergewöhnliche Short-Position überhaupt erst einmal zustande gekommen.

Weil es bei den aktuell gedrückten Preisen weit mehr natürliche Käufer von Silber als Verkäufer gibt, führen alle neuen Käufe dazu, dass die großen Silber-Shorties zusätzliche Kontrakte leerverkaufen müssen. Genau deswegen sind ihr Marktanteil und die Konzentration über die Jahre so angewachsen. Wenn sie den Silbermarkt nicht manipulieren und nach oben begrenzen würden, dann stünde alles viel höher. Die großen Shorties können Kontrakte nur dann zurückkaufen, wenn sie sich einen Sell-Off herbei manipulieren. Anders als die Händler der Indexfonds am Weizenmarkt, die rein passiv agieren, müssen die großen Silber-Shorties stets wachsam und aktiv sein, um zu verhindern, dass der freie Markt die Führung übernimmt und die Preise bestimmt.

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