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Gold ist nach wie vor günstig…

Mittwoch, 21.07.2010

R.P. Stöferle:
Von den Worten zu den Taten ist es ein weiter Weg.

 

silberinfo:
Nach unserer Einschätzung haben wir den Goldproduktionspeak bereits vor einigen Jahren gesehen, und wir gehen davon aus, dass wir strukturelle Defizite bei der Produktion bekommen. Sehen Sie das ähnlich, und wenn ja, wie kann das Problem gelöst werden?

 

R.P. Stöferle:
Definitiv. Der Höchststand der jährlichen Goldproduktion wurde 2001 bei 2.600 Tonnen markiert. Obwohl 2009 die Produktion auf knapp 2.550 Tonnen anstieg, sehen wir uns in unserem vor 3 Jahren formulierten Peak-Gold-Szenario weiterhin bestätigt. Im Vergleich zu 2001 lag die Produktion 2009 noch immer 9,6% unter dem Höchststand. Wir glauben, dass die Goldproduktion auch 2010 leicht steigen könnte, die langfristigen strukturellen Defizite können aber nicht gelöst werden.

 

Die Goldadern im Witwatersrand erinnern beispielsweise frappant an große Ölfelder (wie zB. Ghawar) die ebenfalls vor mehr als 30 Jahren ihre Maximalproduktion sahen. Lt. South African Journal of Science, sind die weltbekannten Minen im Witwatersrand bereits zu 95% ausgebeutet. Innerhalb der nächsten 10 Jahre wird die Produktion endgültig unter die Marke von 100 Tonnen fallen. Der Energieversorger Eskom kündigte zudem an, die Strompreise bis 2013 um 45% p.a anzuheben, damit man das chronisch marode Leitungsnetz modernisieren könnte. Verschärfte Umwelt-Richtlinien und überzogene Forderungen seitens der Gewerkschaften machen das Dilemma perfekt. So stiegen die Gesamt-Cashkosten bei Harmony Gold im Vorjahr auf USD 829 je Unze.

 

silberinfo:
Die Erze mit hohen Goldgehalten wurden in den letzten Jahren bereits verarbeitet. Einstige Traumgehalte werden kaum mehr angetroffen. Glauben Sie, dass dieser Trend weiter anhält und wir uns schon mal darauf vorbereiten, dass in naher Zukunft es auch wirtschaftlich sinnvoll sein könnte, Goldgehalte von unter 0,5 Gramm je Tonne auszubeuten?
 
R.P. Stöferle:
Die niedrig hängenden Früchte sind bereits abgeerntet, dies erkennt man auch an den stetig fallenden Mineralisierungsgraden. Von 1830 bis 1920 lag der durchschnittliche Goldgehalt pro Tonne bei 22 Gramm, heute sind es knapp 0,8 Gramm/Tonne. Einerseits sind dafür Skaleneffekte, der gestiegene Goldpreis und neue Technologien (Haufenlaugung etc.) verantwortlich, andererseits sind die einfach abzubauenden, hochgradigen Vorkommen bereits abgebaut. Im Zuge dessen stiegen die Cash-Kosten deutlich an, sie lagen 2009 bei knapp USD 500 je Unze. Die „All-in Kosten“ stiegen indes auf USD 740 je Unze. Nicht nur die Produktionskosten, auch der Aufwand beim Bau von neuen Minen stieg exponentiell. Jamie Sokalsky (CFO von Barrick Gold) meinte unlängst, dass zum Bau einer Mine vor einigen Jahren noch USD 300-500 Mio. nötig waren, heute wären es bis zu USD 3 – 5 Milliarden. Barrick rechnet weiterhin mit Produktionsrückgängen von 1 Mio. Unzen pro Jahr, 2009 war ein „statistischer Ausreißer“.

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