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Gold ist nach wie vor günstig…

Mittwoch, 21.07.2010

In den USA müsste (bei einem Verschuldungsstand von USD 13 Billionen) der Goldpreis auf USD 45.000 je Unze steigen, um die Verschuldung komplett abzudecken. Fairerweise muß man jedoch sagen, dass eine 100%ige Golddeckung de facto nie gegeben war. 1915 sowie 1938 lag sie im Hoch (in den USA) bei knapp 55%, Ende der 70er Jahre lag der Deckungsgrad bei 17%. Derzeit sind 1,8% der US-Schulden mit Gold gedeckt, allein im Sinne einer Mean Reversion wären deutlich höhere Goldpreise also nur logisch. Einige andere historische Vergleiche belegen, dass Gold definitiv keine Bubble ist. Derzeit beträgt der Wert der US-Goldbestände knapp 1,85% des US-BIP’s. 1940 lag der Wert bei über 20%, 1980 bei knapp 7%. Wenn man nun Gold mit der historischen Geldmenge vergleicht, so erscheint das aktuelle Preisniveau ebenfalls günstig. 1980 war die Geldmenge M1 noch mit knapp 45% Gold gedeckt, heute sind es knapp 5 %. D.h. es müsste ca. um den Faktor 8,5 steigen. Würde man die MZM-Geldmenge decken, so müsste der Goldpreis auf ca. USD 10.000 klettern. Bei einer Deckung des Geldmengenaggregates M2 mit Gold, müsste der Goldpreis auf knapp USD 30.000 je Unze steigen.

 

silberinfo:
Der letzte Bullenmarkt vor ca. 30 Jahren wurde jäh beendet. Sind Sie der Auffassung, dass sich die Geschichte wiederholt, und wenn ja, was könnte ein möglicher Auslöser sein?
 
R.P. Stöferle:
Richtig, der damalige Chairman der Federal Reserve, Paul Volcker, erhöhte innerhalb weniger Monate den Leitzins auf 20%. Wäre dies heutzutage ebenso möglich? Definitiv nicht! 1980 waren die USA eine der größten Gläubigernationen mit einer positiven Handelsbilanz. Zudem war die Finanzindustrie im Vergleich zum BIP deutlich kleiner, Überschuldung war weder auf privater noch auf staatlicher Ebene ein Thema.

 

Im Vergleich zum letzten Bullenmarkt der 70er Jahre gibt es zahlreiche weitere gravierende Unterschiede. Damals waren Emerging Markets wirtschaftlich unbedeutend, die Kaufkraft war deutlich geringer. Die Goldnachfrage kam in erster Linie aus Industrienationen. Die chinesische Mittelschicht, die mittlerweile auf knapp 100 Mio. Menschen angewachsen ist, durfte am letzten Bullenmarkt nicht teilnehmen, der private Goldbesitz war bis vor wenigen Jahren verboten. Auch die Kaufkraft in Indien, Russland, Lateinamerika,… war wesentlich geringer. Insofern steht der Bullenmarkt heutzutage auf einem breiteren und festeren Fundament als in den 70er Jahren.

 

silberinfo:
Kurz zusammengefasst - was sehen Sie als die wichtigsten treibenden Kräfte hinter dem Goldpreisanstieg an?

 

R.P. Stöferle:
Negatives Realzinsniveau, Vertrauensverlust in Papiergeldwährungen und Politik, strukturelles Angebots/ Nachfragedefizit, steigende Investorennach-frage, sinkendes Angebot seitens der Zentralbanken, Remonetarisierung…

 

silberinfo:
Kürzlich wurde bekannt, dass Frau Merkel die G20 von einem erstaunlichen Sparkurs überzeugen konnte. Vorausgesetzt, dieser würde eingehalten, bedeutet das eine Begrenzung zukünftiger Inflation. Schlecht für den Goldpreis?

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