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Gold ist nach wie vor günstig…

Mittwoch, 21.07.2010

Mag. Ronald-Peter Stöferle, Edelmetallanalyst der Erste Group Bank AG, gab silberinfo das folgende Exklusivinterview:

silberinfo im Gespräch

silberinfo:
Bitte erzählen Sie unseren Lesern etwas über Ihren bisherigen beruflichen Werdegang.

 

Vita: Ronald-Peter Stöferle, Goldexperte der Erste Group in Wien, rechnet bis 2012 mit einem starken Anstieg des Goldpreises. Während seines Studiums an der WU-Wien sowie in den USA arbeitete er halbtags im Handel von Kreditderivaten. Neben diversen wirtschafts-journalistischen Tätigkeiten galt sein Interesse schon immer den Aktien-und Rohstoffmärkten. Stöferle ist seit 2006 bei der Erste Group im Internationalen Aktienresearch. Neben der Coverage von Gold ist er auch für die Hausmeinung bei Öl und Gas verantwortlich, zudem ist er Manager des Erste Goldmining-Aktien-Baskets, der sich seit Auflage im Juli 2009 bereits verdoppeln konnte. Sein jährlicher Goldreport gilt inzwischen als Standardwerk für Goldinvestoren auf der ganzen Welt. Stöferles neue Goldstudie „In GOLD we TRUST 2010“ erschien am 23. Juni 2010. Stöferle ist Chartered Market Technician und absolviert derzeit das CFTe-Programm.

 

silberinfo:
Wann sind Sie in Ihrem Leben das erste Mal mit Edelmetallen in Berührung gekommen?

 

R.P. Stöferle:
Ich denke das war anlässlich von Anlässen wie Geburtstagen oder Weihnachten, als ich von meiner Großmutter kleine Golddukaten bekam. Ich wusste jedoch noch nicht um die Bedeutung von Gold und brachte die Münzen sofort zur Bank, um dann Computerspiele, Fußballfanartikel,… zu kaufen. Ernsthaft mit der Materie auseinandergesetzt habe ich mich ab 2004, als ich langsam die monetäre Bedeutung von Gold begriff.

 

silberinfo:
Gibt es Schätzungen wie hoch in etwa die durchschnittliche Depotgewichtung von Edelmetallen bei österreichischen Anlegern ist?

 

R.P. Stöferle:
Gute Frage, verlässliche Daten habe ich hier nicht gefunden. Ich denke dass die Goldaffinität in Österreich recht groß ist; allerdings ist Gold weiterhin klar unterrepräsentiert. Die Erste Group hat mittlerweile knapp 18 Mio. Kunden in 8 verschiedenen Ländern und seitens unserer Kunden in CEE und SEE merke ich, dass Gold dort einen deutlich höheren Stellenwert genießt, als bei uns.

 

silberinfo:
Seit kurzem treten die Notenbanken wieder verstärkt als Goldkäufer auf; glauben Sie, dass dieser Trend anhält oder sich möglicherweise noch verstärkt?

 

R.P. Stöferle:
Die Notenbanken avancierten erstmals seit 20 Jahren wieder zu Nettokäufern. Und dies obwohl Gold – wie vielerorts zu hören und lesen ist – bereits „zu teuer“ wäre. Insb. die indische und die chinesische Notenbank waren einmal mehr auf der Käuferseite vertreten, während innerhalb des Central Bank Gold Agreements (CBGA) kaum Verkäufe gemeldet wurden. Für 2010 und darüber hinaus gehen wir davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt. Dieser Strukturwandel läutet unserer Meinung nach eine neue Phase des Bullenmarktes ein.

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