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Rohstoffmärkte von Gewinnmitnahmen geprägt

Mittwoch, 01.07.2009

Wie erwartet hat der Goldpreis nach dem Sprung über das März-Hoch bei rund 967 US-Dollar Ende Mai erneut die Marke von 1.000 US-Dollar ins Visier genommen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Knacken können habe das Edelmetall diese Hürde aber zum wiederholten Male nicht, was wohl vor allem an dem zu diesem Zeitpunkt (zu) hohen Optimismus der Anleger (abzulesen an den spekulativen Netto-Long Positionen an der COMEX) gelegen habe.

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gewinnmitnahmen hätten im Laufe des Junis dann für einen Rückgang bis auf die technische Unterstützung bei rund 920 US-Dollar gesorgt, wo auch dank des schwächeren US-Dollar eine erste Stabilisierung erfolgt sei.

 

Vor dem Hintergrund aktueller Inflationsraten nahe dem Nullpunkt und einer stagnierenden Investorennachfrage halte sich der Goldpreis aber noch recht wacker. Was auch daran liege, dass die immer wieder als potenzielle Verkäufer gehandelten Notenbanken weltweit kaum Gold veräußern würden. Stattdessen werde gerade in Schwellenländern wie China der Goldanteil an den jeweiligen Devisenreserven sukzessive erhöht, um die Bestände besser zu diversifizieren. Ein nachhaltiger Kurseinbruch erscheine damit unwahrscheinlich, zumal die aufkeimenden Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Finanzkrise langsam aber sicher wieder schwinden würden. Setze sich dieser Trend fort, dürfte ein längeres Verharren im vierstelligen Kursbereich nur eine Frage der Zeit sein.

 

Gewinnmitnahmen habe es gerade wegen der zahlreichen skeptischen Kommentare bezüglich der Konjunkturentwicklung auch beim Silberpreis gegeben. Neben den zunehmend an Bedeutung gewinnenden Investoren und Spekulanten spiele hier vor allem die Nachfrage aus der Industrie eine bedeutende Rolle. Auch deshalb sei die Korrektur nach dem Anstieg auf ein neues Jahreshoch bei gut 16 US-Dollar noch wesentlich stärker ausgefallen als bei Gold.

 

Aus technischer Sicht drohe bei einem Abrutschen unter die Unterstützungszone zwischen gut 13,50 und 14 US-Dollar ein Fall bis auf rund zwölf US-Dollar. Ein Szenario, das auch fundamentale Unterstützung erhalte, wenn die anstehenden Konjunkturdaten und Quartalsergebnisse der Unternehmen den Eindruck bestätigen würden, dass die Rezession noch nicht überstanden sei.

 

Der Ölpreis der Sorte Brent habe sich von alldem lange Zeit unbeeindruckt gezeigt und Mitte Juni sogar noch einmal ein neues Jahreshoch bei über 70 US-Dollar markiert. Wie am Aktienmarkt seien es wohl vor allem von Konjunkturoptimisten getriebene Käufe gewesen, die zu diesem Anstieg geführt hätten. Folgerichtig sei es in der zweiten Monatshälfte dann analog zu den Aktienindices erst einmal bergab gegangen.

 

Während die Unruhen im Iran oder auch in Nigeria für einen tendenziell hohen Ölpreis sprechen würden, erscheine das Potenzial für einen weiteren Preisanstieg mit Blick auf die schwache Nachfrage begrenzt. Die Internationale Energieagentur (IEA) habe ihre Prognose für die globale Nachfrage gerade weiter reduziert und in den USA sei der Ölverbrauch auf den niedrigsten Stand seit 1999 gesunken. Von einer Fortsetzung der imposanten Rally sei beim Ölpreis deshalb momentan eher nicht auszugehen. (Marktbeobachtung Juli 2009) (01.07.2009/ac/a/m)

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