Silber Index
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| Die
Geschichte des Goldes |
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Gold
(aus dem Indogermanischen „ghel“: glänzend, (gelb) schimmernd,
blank) ist ein chemisches Element (Ordnungszahl 79) aus der Reihe der
Edelmetalle. Die Bezeichnung Edelmetall ist darauf zurückzuführen,
dass Gold an der Luft nicht oxidiert und weder mit Wasser, noch mit verdünnten
Säuren reagiert (effektiv löst sich Gold nur in einem Gemisch
aus konzentrierter Salpeter- und Salzsäure, dem so genannten Königswasser).
Aufgrund seiner Zähigkeit kann es sehr gut mechanisch bearbeitet
werden – aus einem Gramm Gold kann man mit heutiger Technologie
einen 3 km langen Draht ziehen.
Seit Jahrtausenden wird Gold für Schmuck und in Form von Goldmünzen
als Zahlungsmittel verwendet. Daher gehört es zu den Münzmetallen.
Gold zählt zu den ersten Metallen, das von den Menschen verarbeitet
wurde. Das liegt einerseits am niedrigen Schmelzpunkt, andererseits an
der Tatsache, dass Gold auch gediegen, also elementar in der Natur vorkommt,
und nicht unbedingt erst aus Erzen chemisch isoliert werden muss.
Die Goldgewinnung begann vermutlich in der Kupferzeit. Sowohl in Europa,
Asien, als auch in Afrika war Gold seit der Entdeckung sehr begehrt und
wurde aufgrund seiner Seltenheit als wertvoll erachtet. Der Legende nach
sollen im 4. Jahrtausend vor Christus ägyptische Arbeiter unter ihrer
Feuerstelle einen Brocken Gold entdeckt haben. Aufgrund der Hitze soll
im Boden enthaltenes Gold geschmolzen und sich nach der Abkühlung
in diesen glänzenden Klumpen verwandelt haben.
Viele Kulturen verwendeten das Gold aufgrund seines Glanzes und seiner
Beständigkeit vor allem für rituelle Gegenstände.
Auch in Süd- und Mittelamerika begannen die Menschen schon sehr früh
mit der Goldgewinnung und der Goldverarbeitung. Bereits Anfang des 1.
Jahrtausends verfügten die Mochica in Peru über eine hoch entwickelte
Technik der Goldverarbeitung, die die Legierungsbildung einschloss. Für
rituelle Zwecke wurden Gegenstände von mehreren Kilogramm Gold hergestellt.
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| König
Koson v. Griechenland (43 v.Chr.)
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Mochicato
Gold (Museum Lima) |
Seither
hat sich der Reiz und die Faszination des gelben Edelmetalles –
begleitet von vielen Mythen – über die Jahrtausende bewahrt.
Schon bald wurde Gold von den Menschen auch als Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel
geschätzt. Da es im Gegensatz zu vielen anderen Gütern haltbar,
wertbeständig und – indem man es schmolz – praktisch
beliebig teilbar ist, erwies es für diese Rolle als ideal. Durch
seinen hohen Wert pro Einheit war es nicht nötig, viel davon mit
sich herumzuschleppen – es war ein handliches und praktisches Tauschmittel.
Um eine einheitliche Form zu erhalten und den Wert nicht bei jedem Handel
neu bestimmen zu müssen, kam man bald auf die Idee, die Abmasse und
das Gewicht der Goldstücke zu vereinheitlichen – damit war
das Münzgeld geboren! Krösus, König der Lyder, liess 650
v. Chr. Goldmünzen prägen, die als dann offizielles Zahlungsmittel
wurden. Die neuen, kleinen Tauschgegenstände verbreiteten sich rasch
im gesamten Kulturkreis der damaligen griechischen Welt und der angrenzenden
Gebiete. Damit war ein neues Zeitalter angebrochen.
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Mittelalter
bis Neuzeit
Im
ersten Teil der Geschichte des Goldes wurde beschrieben, wie Gold aufgrund
seiner speziellen Eigenschaften in fast allen Hochkulturen weltweit schon
sehr früh verarbeitet werden konnte und wie die Menschen aufgrund
der Wertschätzung, die dem Gold überall entgegengebracht wurde,
dieses auch schon sehr bald als Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel verwendeten.
Durch die Vereinheitlichung von Abmessungen und Gewicht der Goldstücke
begann das Zeitalter des Münzgeldes.
Der Siegeszug der Münze war nicht mehr aufzuhalten und auch das römische
Reich verwendete diese. Konstantin der Grosse führte um 312 den Solidus
ein, desssen Wert 4,55g Gold entsprach. Im oströmischen Reich wurde
diese Münze während 12 Jahrhunderten benutzt und bis zum beginnenden
12. Jahrhundert war der Solidus sozusagen die „Leitwährung“
Europas und des Mittelmeerraumes (das Wort „Sold“ und die
daraus hervorgehenden Worte Söldner und Soldat gehen übrigens
auf den Solidus zurück).
Das für die Münzherstellung nötige Gold förderten
die Römer in den Provinzen Germanien, Kleinasien, Rumänien und
Spanien!
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Konstantin
der Grosse (307-337)
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Solidus |
Im
Mittelalter versuchten die Alchemisten immer wieder, aus anderen Metallen
Gold herzustellen – ein Unterfangen, welches nicht gelang. Doch
zeigen diese Versuche, dass die Wertschätzung, teilweise auch Gier
nach Gold, keineswegs nachliess. Gold behielt natürlich auch im Mittelalter
seine Geldfunktion, neben den anderen Münzmetallen Silber und Kupfer.
So wurde beispielsweise 1284 der Dukat eingeführt, welcher lange
Zeit das Tauschmittel der Republik Venedig war.
Da es in Europa nur sehr wenige Goldminen gab, war Gold im Mittelalter
sehr knapp und dementsprechend wertvoll. So wertvoll, dass Goldfunde in
Mittel- und Südamerika nach den Fahrten Kolumbus Scharen von europäischen,
insbesondere spanischen Eroberern, anlockte, welche dort indigene Kulturen
zerstörten und das Gold in Galeonen nach Europa brachten. Spanien
wurde dadurch – vorübergehend – zur reichsten Nation
Europas.
Immer wieder lockten Goldfunde grosse Mengen Abenteurer an und im 19.
Jahrhundert kam es auf verschiedenen Kontinenten zu Massenwanderungen
in die Fundgebiete grösserer Goldmengen. Diese Bewegung nannte man
Goldrausch; Beispiele dafür sind der kalifornische Goldrausch um
1849, der Goldrausch am Klondike River in Alaska im Jahre 1897 und ähnliche
Begebenheiten in Südafrika und Australien.
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| Goldmine
am Klondike
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Zeltplatz
am Klondike |
Geschichte
des Goldstandards
Das
Gewicht der damaligen Münzen aus Gold und Silber war ein Nachteil,
der sich vor allem beim Transport von grösseren Summen über
weite Entfernungen bemerkbar machte. Ein anderer Nachteil waren die immer
wieder auftretenden Versuche, den Edelmetallgehalt der Münzen zu
strecken, was natürlich der Geldwertstabilität schadete.
Im späten Mittelalter gab es daher bereits Versuche, mit einem sogenannten
„Goldhinterlegungs-Standard“. Zu dieser Zeit waren Goldmünzen
die Währung mit dem höchsten Nennwert. Goldschmiede wurden beauftragt,
die Reinheit und die Echtheit der Münzen zu prüfen; dazu besassen
diese stabile Kassetten, in denen sie das Gold vor Dieben sicher bewahren
konnten. Privates Gold wurde ihnen daher oft zur Aufbewahrung anvertraut;
die Goldschmiede händigten für die Münzen Quittungen aus,
welche man später wieder gegen die Münzen umtauschen konnte.
Im Laufe der Zeit wurde es für bequemer und sicherer befunden, den
Handel nur noch mit solchen „Schuldscheine“ vorzunehmen. Auf
diese Weise wurden die Quittungen des Goldschmiedes zu einem Pfand des
Versprechens, zu zahlen. Die Goldschmiede übten dadurch die Funktion
einer Bank aus und ihre Quittungen entsprachen einer 100% gedeckten Währung.
Der eigentliche Hinterlegungs-Standard wurde im 17. Jahrhundert, ausgehend
von Girobanken in Venedig, Genua, Nürnberg, Amsterdam und Hamburg,
eingeführt; allerdings basierte er damals auf Silber!
Im 19. Jahrhundert gab es in Deutschland über 30 private sogenannte
„Zettelbanken“, die allesamt Gutscheine ausgaben.
Die erste Zentralbank mit strengen Regeln für die Golddeckung der
umlaufenden Banknoten war die Bank von England, welche den harten Wettbewerb
überlebte und der 1844 für die Notenausgabe eine strenge Grenze
auferlegt wurde. Sie durfte höchstens für 14 Millionen Pfund
Noten ungedeckt ausgeben; jede weitere Pfundnote durfte nur bei einem
Ankauf von Gold ausgegeben werden.
So entstand der klassische Goldstandard als erstes international gültiges
Währungssystem mit Papiergeld auf Goldbasis, bei dem die Notenbanken
mehr Gutscheine (Geld) ausgeben durften, als sie in Wirklichkeit in Form
von Gold vorrätig hatten (= partielle Golddeckung).
Eine hundertprozentige Deckung durch Gold (wie beim Goldhinterlegungs-Standard)
gab es nicht mehr, dafür wurde eine Mindestdeckung eingeführt.
Gold spielte somit ab diesem Zeitpunkt nur noch die Rolle eines Regulativs,
da nicht über die offiziell erlaubte Deckungsgrenze ausgeliehen werden
konnte.
Zu diesem Thema gibt es eine interessante Anekdote zu erzählen: Bei
der Fixierung der Parität soll Sir Isaac Newton 1707 ein Fehler unterlaufen
sein (der Gold-Silber-Wechselkurs wurde falsch berechnet), der zur Folge
hatte, dass nicht Silber, sondern Gold zum Standard aufstieg!
Da England um 1800 eine führende Welthandelsnation war, avancierte
der Goldstandard mit einer kleinen Unterbrechung zwischen 1802-1815 (Krieg
zwischen Frankreich und England) bald zum Weltwährungssystem.
Frankreich, Italien, die Schweiz und andere europäische Länder
gründeten 1865 in Paris einen Münzbund, der als „Lateinische
Münzunion“ bezeichnet wurde. Auch Griechenland trat später
der Münzunion bei und viele andere Länder übernahmen die
Regeln und Vorschriften dieser Gemeinschaft. Ziel war es, einen gemeinsamen
Münzumlauf zu schaffen, der Wechselkursschwankungen beseitige, um
langfristig eine mit Edelmetall gedeckte Weltwährung, auf Basis des
Frankens, zu errichten. Schon damals gab es also eine Einheitswährung
in Kontinentaleuropa, wie wir sie heute mit dem Euro kennen!
Das System des Goldstandards (in den USA gab es lange Zeit auch den Bimetallstandard,
bei dem auch Silber die Deckungsfunktion erfüllte) bewährte
sich während langer Zeit und wurde erst im 20. Jahrhundert aufgrund
von Kriegen und anderen (Wirtschafts-)Krisen nach und nach durch unser
heutiges System des ungedeckten (Fiat-) Geldes abgelöst. Heutzutage
gibt es weltweit keine gold- oder silbergedeckte Währung mehr. Allerdings
gibt es Bestrebungen, Silber in Mexiko wieder zu remonetisieren.
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Goldstandard
im 20. Jahrhundert
In
den 40 Jahren bis zum 1. Weltkrieg waren die wichtigsten Währungen
der damaligen Welt mit Gold gedeckt; es handelte sich um die Blütezeit
des klassischen Goldstandards. Während dieser Zeit konnte der Goldstandard
Preisstabilität und ein hohes wirtschaftliches Wachstum gewährleisten.
Die Aussenhandelsbilanz fast aller Länder mit Goldstandard war ausgeglichen,
da der Goldstandard einen „wirtschaftlichen Regelkreis“ darstellte.
Hatte ein Land ein Handelsbilanzdefizit, führte das zu Goldabflüssen
und das Land musste die Geldmenge reduzieren, was zu einem deflationären
Impuls und längerfristig zu einem Abbau des Handelsbilanzdefizits
führte. Auf diese Weise konnten sich wirtschaftliche Ungleichgewichte
nie über eine längere Zeit aufstauen und das System war durch
die Selbstregulierung sehr stabil. „Blasenbildungen“ und Vertrauensverlust
in die Währung waren dadurch selten.
Durch den 1. Weltkrieg wurde diesem System in vielen Ländern ein
Ende gesetzt und das 20. Jahrhundert wurde zum Jahrhundert der Papiergeldentwertung
und der Hyperinflation. Grosse Rüstungsaufwendungen wirkten inflationär
und die späteren Reparationszahlungen Deutschlands führten in
diesem Land zu einer zusätzlichen starken Währungsabwertung.
Bereits 1923 war dadurch Deutschland zu einer Währungsreform gezwungen,
1924 wurde dann in Deutschland auch der Goldstandard wieder eingeführt.
Wer seine Ersparnisse in Gold angelegt hatte, konnte sich über die
Erhaltung der Kaufkraft erfreuen; die Papiergeldbesitzer hingegen konnten
ihr altes Papiergeld als Erinnerung mit höchstens noch ideellem Wert
aufbewahren.
Nach einem kurzen Zwischenspiel des Goldstandards zwischen den beiden
Weltkriegen führte eine expansive Geldpolitik zusammen mit Versuchen
der Staaten, ihre eigenen Währungen abzuwerten, um Exportvorteile
zu gewinnen wieder zu einem Erstarken der Inflation. In Deutschland brachten
die Nationalsozialisten durch ihre expansive und stark auf Rüstung
ausgerichtete Politik einen weitereren Anstieg der Teuerung, was auch
den Aussenwert der deutschen Währung sinken liess (z.B. gegenüber
dem Dollar; noch stärker war der Verlust allerdings gegenüber
Gold, welches den Anstieg der Konsumgüterpreise kompensierte).
In Bretton Woods wurde dann das Währungssystem der Nachkriegszeit
beschlossen. Der USD sollte von da an als Leitwährung dienen; dieser
wiederum war an das Gold gebunden; etwa 35 USD entsprachen einer Unze
Gold. Das System beinhaltete feste Wechselkurse.
Doch die USA hielten sich nicht strikt an das System, das sie aufkommende
Handelsbilanzdefizite nicht durch eine restriktivere Wirtschaftspolitik
verkleinern wollten. Viele Länder, insbesondere Deutschland und Frankreich
tauschten daher den Dollar zu den festgesetzten Kursen in Gold um, welches
im Gegensatz zu den Papierdollars nicht beliebig vermehrt werden konnte
und daher kam es zu grossen Goldabflüssen aus den USA. Schliesslich
reichten die US-Goldreserven nicht mehr aus, um die Auslandverschuldung
zu decken und 1971 wurde die Goldeinlösungspflicht von den USA einseitig
gekündigt, was zwei Jahre später zu einer faktischen Aufgabe
des Bretton Woods-Systems mit festen Wechselkursen führte.
In der Folge wurden die 70er Jahre zum Jahrzehnt der Inflation und zusammen
mit den Öl- und Güterpreisen stieg der Goldpreis rasant an.
In den wirtschaftlich schwierigen Jahren zwischen den beiden Ölpreisschocks
der 70er Jahre konnte der Goldpreis über 50% pro Jahr zulegen und
erreichte nach einem jahrelangen Bullenmarkt bis 1980 Preise deutlich
über 600 USD/Unze (in der Spitze gar über 800 USD/Unze).
Bis Ende des 20. Jahrhunderts gingen die Goldpreise in Folge der abnehmenden
Inflationsbefürchtungen tendenziell wieder zurück, blieben allerdings
deutlich höher als zu Zeiten des Bretton Woods System. Die Geschichte
des Goldstandards im 20. Jahrhundert wurde schon im Jahre 1971 abgeschlossen;
damals fing die bis heute andauernde und von zahlreichen wirtschaftlichen
Verwerfungen und Blasen geprägte Epoche des so genannten Fiat-Geldes
an; also Geld, welches nicht mehr gedeckt sein muss und daher von den
Zentralbanken nach Belieben herausgegeben werden kann. |
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